Startseite
Startseite
Peacewomen accross the globe
Aktuell Über uns Projekte Publikationen 1000 FriedensFrauen Unterstützung
News
Newsletter
Kontakt
Links
Sitemap
Sprachen

Frauen in Nepal fordern Frauenrechte in der neuen Verfassung
15.08.2011, Kathmandu (Nepal)
 
Unter den Frauen, die seit Monaten in Kathmandu die Stärkung von Frauenrechten in der neuen Verfassung verlangen, sind FriedensFrauen Rita Thapa, Gründerin der Nichtregierungsorganisation TEWA - The Nepal Women's Fund und Stella Tamang, Gründerin des Ausbildungszentrums Bikalpa Gyan Tatha Bikas Kendra Ashram (BGTBKA) für Kinder indigener Minderheiten und der Nichtregierungsorganisation Milijuli Nepal.
 
Aus: FrauenSicht, www.frauensicht.ch

Nepal: Demonstrantinnen fordern Frauenrechte in der Verfassung

fs. Frauen aus allen Teilen Nepals demonstrieren seit Monaten in der Hauptstadt Kathmandu für Frauenrechte, berichtet die Nachrichtenagentur «Inter Press Service (IPS)». Unter den konkreten Forderungen für die geplante Verfassung ist eine 50-Prozent-Quote für alle staatlichen Gremien. Die Frauen wollen mit ihren Forderungen in Kathmandu präsent bleiben, bis der Entwurf für eine neue Verfassung vorliegt. Nepals Koalitionsregierung hat das Mandat für die verfassungsgebende Versammlung zum wiederholten Mal verlängert, bis Ende August.

Mehr als 40 Frauenorganisationen aus allen Teilen des Landes verlangen, dass die neue Verfassung die Rechte von Frauen stärkt. Frauen sollen das Recht erhalten, Land zu besitzen. Frauen sollen auch einen Rechtsanspruch auf Wohnraum erhalten, damit alleinstehende, besitzlose Frauen nicht mehr leichte Beute für Vergewaltiger und Mörder sind. Eine weitere Forderung ist, dass die Verfassung häusliche Gewalt als Form der Folter anerkennt und der Staat misshandelte Frauen entschädigen muss.

Schliesslich verlangen die Demonstrantinnen eine 50-Prozent-Quote für alle staatlichen Gremien. Die Interimsverfassung aus dem Jahr 2007 schreibe zwar eine 33-Prozent-Quote vor, sagt Jayapuri Gharti Magar, Abgeordnete der Maoistenpartei. Doch diese Quote werde nicht konsequent umgesetzt. So seien in der Regierung nur vier der insgesamt 36 Mitglieder Frauen. Die aktuell 196 Parlamentarierinnen hätten den Ministerpräsidenten Jhala Nath Khanal und den Parlamentspräsidenten Subash Nembang aufgefordert, die Quote endlich durchzusetzen. Jayapuri Gharti Magar: «Werden wir weiterhin ignoriert, legen wir Rechtsmittel ein.»

Die Regierung hat mittlerweile ein Demonstrationsverbot im Umkreis des Parlamentsgebäudes erlassen. Die Demonstrantinnen lassen sich davon aber nicht abschrecken. Sie nehmen Schläge und ihre Verhaftung in Kauf. Unter den Verhafteten sind prominente Aktivistinnen wie Tulasalata Amatya, Vorsitzende des Frauennetzwerkes «Shanti Malika». Rita Thapa ist Gründerin der Nichtregierungsorganisation «Tewa». Diese unterstützt Frauen, die sich wirtschaftlich unabhängig machen wollen. Stella Tamang hat eine Schule für Kinder der ethnischen Tamang gegründet, die besonders häufig in die Fänge von Menschenhändlern geraten.

Parlamentarierinen aller Parteien unterstützen die Demonstrantinnen. Jayapuri Gharti Magar: «Wir leben in einer Männergesellschaft. Selbst auf die Maoistenpartei, die sich zur Gleichbehandlung der Geschlechter verpflichtet hat, ist kein Verlass.» Die Maoistenpartei ist eine ehemaligen Guerillaorganisation, die zehn Jahre lang für die Abschaffung der nepalesischen Monarchie gekämpft hatte. Seit dem Friedensabkommen von 2006 ist sie zu einer der beiden grössten politischen Kräfte im Lande geworden. Ohne Frauen hätte die Maoistenpartei weder den Guerillakrieg gewonnen noch die heutige Macht erreicht, sagt Jayapuri Gharti Magar.
 
Webseite: www.frauensicht.ch, www.tewa.org.np, www.bikalpa.org
 
zurück zur Newsübersicht