Frieden braucht uns. Wir brauchen Sie!
Jetzt Spenden
jetzt Spenden

NAP 1325

Lancierung des vierten Nationalen Aktionsplans zu Frauen, Frieden, Sicherheit

21.11.2018, Medienmitteilung

Am 22. November lanciert das EDA den vierten Nationalen Aktionsplan zu Frauen, Frieden, Sicherheit. Zusammen mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen begleitet FriedensFrauen Weltweit die Umsetzung des NAP 1325 kritisch.

Gemeinsame Medienmittteilung von FriedensFrauen Weltweit, KOFF und cfd:

Bern, 19.11.2018

Am 22. November 2018 lanciert das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Genf den vierten Nationalen Aktionsplan der Schweiz zur Umsetzung der UNO-Sicherheitsrat Resolution 1325 über Frauen, Frieden und Sicherheit. Dieser ist ein wichtiges innen- und aussenpolitisches Instrument der Schweiz und legt den Grundstein für eine gleichberechtigte Friedenspolitik. Ein Schwerpunkt sind die Rollen der Frauen im Umgang mit gewalttätigem Extremismus. Die Schweizer Zivilgesellschaft befasst sich kritisch mit den Auswirkungen dieser Zielsetzung auf Frauen und Geschlechterrollen in der Friedensförderung und der Gewaltprävention. 

Die UNO-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit war 2000 ein Meilenstein für die Frauenrechte. Erstmals verlangte der UNO Sicherheitsrat, dass weltweit mehr Frauen an Konfliktprävention und Friedensprozessen beteiligt und dass Frauen vor Gewalt in Konflikten geschützt sind. In der Umsetzung der Resolution durch die Mitgliedstaaten standen bisher die Partizipation von Frauen und der Schutz vor Gewalt im Vordergrund. Der vierte Aktionsplan der Schweiz setzt nun neue Schwerpunkte und definiert den Einbezug von Frauen in die "Prävention von gewalttätigem Extremismus" als wichtiges Ziel für eine effektive Konfliktprävention.

Um die fünfzehn Nichtregierungsorganisation der Schweizer Zivilgesellschaft haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, bei der Umsetzung des Aktionsplans kritisch hinzuschauen und die Relevanz des Instruments für die Praxis zu stärken. Sie setzen sich für eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle von Geschlecht in der Friedensförderung und der Gewaltprävention ein. Im Rahmen eines vierjährigen Projekts gehen wir deshalb in einer ersten Phase folgenden Fragen nach:

  1. Welche Rollen spielen Frauen bei der Prävention von Konflikten und Gewalt, sowohl innerhalb als auch außerhalb der "Prävention von gewalttätigem Extremismus" – eine Agenda, die stark von Ansätzen des Sicherheits-Sektors geprägt wird?
  2. Wie können feministische Ansätze zu den Rollen der Frauen in der Konflikt- und Gewaltprävention, sowie der Friedensförderung mit der Sicherheits-Agenda vereinbart werden?
  3. Wie sieht die Förderung der Beteiligung von Frauen in Bemühungen zur "Prävention von gewalttätigem Extremismus" in der Praxis aus? Welche Auswirkungen hat dies auf Frauen und zivilgesellschaftliche Frauenorganisationen?

Das Projekt zur Untersuchung dieser Fragen wird von drei Organisationen aus dem Bereich der Friedensförderung geleitet: KOFF - die Schweizer Plattform für Friedensförderung; cfd - die feministische Friedensorganisation und FriedensFrauen Weltweit.

Anna Leissing, Leiterin von KOFF, gibt gerne weitere Auskünfte dazu: E-Mail: anna.leissing@swisspeace.ch; Telefon: +41 (0) 31 330 12 12.

Die Gender Expertin Elizabeth Mesok ist zuständig für die Forschung im Rahmen des Projekts und vertritt die Zivilgesellschaft am Panel zur offiziellen Lancierung des Nationalen Aktionsplans am 22. November im Maison de la Paix in Genf. Sie steht gerne für Interviews zur Verfügung: E-Mail: elizabeth.mesok@swisspeace.ch; Telefon: +41 (0) 31 330 12 12 (Anfragen bitte nur auf Englisch).

NAP 1325