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FriedensFrau des Monats

FriedensFrau des Monats Dezember – Tecla Namachanja Wanjala

„Im Krieg sind alle Opfer. Um Gemeinschaften zu versöhnen, muss man sich vom verwundeten Opfer zum verwundeten Heiler entwickeln. Ich bin eine verwundete Heilerin“. Tecla Wanjala  

Tecla Wanjala ist eine der ursprünglich 1000 Frauen, die 2005 für den Friedensnobelpreis nominiert wurden. Die Friedensadvokatin und Traumaberaterin aus Kenia, setzt sich seit mehr als 25 Jahren für den Frieden ein.  

In ihrer Arbeit vereint sie langjährige akademische und praktische Arbeit auf dem Gebiet der Friedenskonsolidierung und der Konfliktlösung. Sie ist eine renommierte Beraterin in Fragen der Übergangsjustiz, Konflikttransformation, sozialer Heilung und Versöhnung. Tecla Wanjala hat einen Abschluss in Sozialarbeit und begann ihre Arbeit in einem Flüchtlingslager in Bungoma, Kenia, wo sie Kinder unterrichtete. Während ihrer Tätigkeit als Lehrerin initiierte sie landwirtschaftliche Projekte, um den Hunger und die Entbehrung im Flüchtlingslager zu lindern. Sie erreichte, dass fast alle Flüchtlinge wieder in ihre ursprünglichen oder in neue Gemeinschaften integriert werden konnten. Von 1991-1992 und 1997 war sie zudem Koordinatorin für Soforthilfe und Wiederaufbau für die Opfer der ethnischen Landkonflikte. Tecla Wanjala arbeitete mit dem Friedens- und Entwicklungsnetzwerk des NGO-Rates (PeaceNet). In dieser Position koordinierte sie die Aktivitäten der Mitglieder, war aktiv im Fundraising und führte Schulungen im Bereich Konflikttransformation durch. Zusätzlich ist Tecla Wanjala Gründerin und Programmverantwortliche des Green String Network, welches soziale Heilung und Versöhnung keniascher Gemeinschaften unterstützt. Durch ihre Arbeit mit Opfern ethnischer Konflikte, Flüchtlingen und internen Vertriebenen, ist Tecla Wanjala eine von drei Frauen, die als die Säulen des Friedens in Kenia anerkannt wurden.  

2008 wurde Tecla Wanjala stellvertretende Vorsitzende und anschliessend Präsidentin der Kommission für Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung in Kenia. Das Mandat der Kommission beinhaltete die Aufarbeitung historischer Ungerechtigkeiten des Landes. Tecla Wanjala setzte sich besonders dafür ein, dass die Kommission in ihrer Arbeit einen Genderfokus integrierte. Die Kommission hat unter anderem eine spezielle Einheit zum Thema Gender ins Leben gerufen. Der Leitfaden für Befragungen war besonders auf die Erfahrungen von Frauen ausgerichtet und die Befragenden dazu geschult. Zudem arbeitete die Kommission eng mit Frauenorganisationen zusammen, um den Zugang von Frauen zu den Mechanismen der Übergangsjustiz zu erhöhen. Heute ist Tecla Wanjala sicher, dass die Kommission aus Frauensicht ihr Bestes getan hat.  

Zurzeit ist Tecla Wanjala eine Richard von Weizsäcker-Forschungsstipendiatin der Robert Bosch Akademie in Deutschland. Während ihres Aufenthaltes konzentriert sich Tecla Wanjala auf den Umgang Deutschlands mit traumatisierten Flüchtlingen und MigrantInnen. Ihre Ziele sind es herauszufinden, wie Traumen in verschiedenen Kulturen verstanden und verarbeitet werden, um daraus ein für Afrika kulturell angemessenes soziales Heilungsmodell zu erarbeiten.  

Mit ihrem grossen Erfahrungsreichtum und ihrem unermüdlichen Einsatz für ein friedliches Zusammenleben ist Tecla Wanjala eine unersetzliche Friedensfrau in Kenia. FriedensFrauen Weltweit schätzt es sehr mit einer Frau zusammenzuarbeiten, die sich tagtäglich dafür einsetzt, dass die Welt friedlicher wird.

(Photo Credit: PeaceWomen Across the Globe)