Ohne Frauen - Keinen Frieden
Jetzt Spenden
jetzt Spenden

Aktuelles

Aus unserem Netzwerk

FriedensFrau Asma Jahangir im Alter von 66 Jahren verstorben

Mit grosser Trauer haben wir vom Tod der pakistanischen FriedensFrau Asma Jahangir erfahren. Die führende pakistanische Menschenrechtsaktivistin ist nach einem Herzinfarkt im Alter von 66 Jahren in Lahore verstorben.

Asma, zeitlebens Menschenrechtsanwältin und furchtlose Kritikerin der militärischen Einmischung in die Politik, hatte den Ruf, mit den Mächtigen Tacheles zu reden und sich für die Schwächeren einzusetzen. So unterstützte sie vor allem Randständige, Frauen und Minderheiten im Kampf gegen Ungerechtigkeit. Sie war Gründungsvorsitzende der unabhängigen Pakistanischen Menschenrechtskommission, Stiftungsrätin bei International Crisis Group und UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte und aussergerichtliche Hinrichtungen. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche lokale und internationale Auszeichnungen.

Bereits in jungem Alter kam sie mit Politik und Aktivismus in Berührung. Ihr Vater, Malik Ghulam Jilani, war ein Beamter und linker Politiker, der aufgrund seines Widerstandes gegen Militärdiktatoren regelmässig inhaftiert wurde. Ihre Laufbahn als Anwältin begann mit der Verteidigung ihres Vaters vor Gericht. Im Jahr 1969 drang sie erstmals in die Politik vor, als sie an einem Frauenmarsch zum Grundstück des Gouverneurs von Punjab teilnahm und mit der Polizei zusammenstiess. Unter General Muhammad Zia-ul-Haq wurde sie im Jahr 1983 erstmals unter Hausarrest gestellt und später inhaftiert, weil sie sich für Frauenrechte und Demokratie einsetzte. Im Jahr 2007 war sie Teil einer Protestbewegung von Anwältinnen und Anwälten, welche dazu beitrug, dass der Militärführer Pervez Musharraf den Hut nahm. Für dieses Engagement wurde sie erneut unter Hausarrest gestellt.

Ihre Kritik am pakistanischen Militär und dessen Sicherheitsagenturen machte sie zur Zielscheibe von Kampagnen im Fernsehen und in sozialen Medien. Weil sie die militanten religiösen Rechten Pakistans laut und häufig kritisierte, wurde sie von ihnen wiederholt bedroht.

Die Anwaltskammer des obersten Gerichts in Pakistan teilte in einem Statement mit, dass Asma Jahangir nicht nur ein Juwel in der pakistanischen Justiz, sondern auch ein wunderbarer Mensch gewesen sei. „Mit ihrer Stimme für Frauenrechte, gegen Kindesmissbrauch und für den Schutz von Frauen hat sie den Kurs der sozialen Rechte in Pakistan geändert.“

Quellen: New York Times, The Guardian, The Washington Post, The Hindu

Mehr zu Asma Jahangirs Friedensarbeit finden Sie hier.

30 FrauenFriedensTische 2017!

In diesem Herbst sind Frauen an 30 unterschiedlichen Orten auf der Welt zusammenkommen, um über ihre Rolle im Konflikt und der Friedensarbeit zu diskutieren und auf die Forderungen der UNO-Resolution 1325 aufmerksam zu machen. 

Wir freuen uns sehr, dass es in diesem Jahr Friedenstische gegeben hat in: Afghanistan, Algerien, Bangladesch, Brasilien, Burma/Myanmar,  Burundi,  DR Kongo (Süd-Kivu und Nord-Kivu), Fidschi, Honduras, Indien (Kaschmir und Manipur), Indonesien (Ost-Sumba und Bali), Kenia, Kolumbien, Laos, Mali (Bamako und Niono), Marokko, Mexiko, Nepal, Pakistan, Palästina, Philippinen, Senegal, Sri Lanka (Nuwara Eliya und Trincomalee), Sudan, Schweiz und Vanuatu.

Beim Projekt „Women’s PeaceTables“ leiten Frauen Friedenstische in Konflikt- und Postkonfliktgebieten. In Ländern mit laufenden Friedensverhandlungen werden unsere Friedenstische parallel zu den offiziellen Verhandlungen organisiert. Mehr über das Projekt erfahren sie hier.