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FrauenFriedensTische

FrauenFriedensTische

1. Stärkung der effektiven Beteiligung von Frauen an der Konflikttransformation

FriedensFrauen Weltweit und die Partnerorganisationen in Kolumbien, Nepal und auf den Philippinen arbeiten gemeinsam daran die Beteiligung von Frauen an Konflikttransformationsprozessen zu stärken. Darüber hinaus ist es ein Ziel den Austausch von Wissen und Erfahrungen von Friedensaktivistinnen durch einen gegenseitigen Lernprozess zwischen den lokalen Partnerorganisationen zu fördern. Von 2018 bis 2021 finden darüber hinaus drei Workshops, zum gegenseitigen Lernen und Austausch, mit den lokalen Koordinatorinnen der FrauenFriedensTische der drei Länder statt.

1.1 FrauenFriedensTische Kolumbien

Mit dem unterzeichneten Friedensabkommen zwischen der FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) und der kolumbianischen Regierung Ende 2016 wurde nach mehr als 50 Jahren einer der längsten und gewalttätigsten bewaffneten Konflikte beendet. Die Umsetzung des Friedensabkommens stagniert. Die soziale und politische Gewalt in den von der FARC verlassenen Gebieten hat infolge von verstärktem Drogenhandel, der Bildung neuer krimineller Gruppen, des legalen und illegalen Bergbaus und der verbleibenden Präsenz von der Nationalen Befreiungsarmee (Ejército de Liberación Nacional ELN)-Guerillas zugenommen. Das hat starke Auswirkungen auf das Leben von Frauen, so gibt es einen überproportionalen Anstieg von Gewalt gegen Frauen und Frauenmorden.

Im Jahr 2018 wird der Schwerpunkt auf der territorialen Umsetzung der Friedensabkommen liegen, wobei der Schwerpunkt auf der Beteiligung von Frauen an den Umsetzungsprozessen der PDTE (Umfassende Agrarentwicklungsprogramme mit territorialem Ansatz) und des PNIS (Umfassendes Nationales Programm für die Substitution von Ernten für den illegalen Konsum) liegt. Drei lokale, dezentralisierte FrauenFriedensTische werden in Corinto, Argelia und El Tambo organisiert und ein regionaler FrauenFriedensTisch wird in Popayán mit der Beteiligung mehrerer Delegierten aus verschiedenen Gemeinden umgesetzt. Die FrauenFriedensTische von 2019 werden sich auf Gewalt gegen Frauen im Zusammenhang mit der Konstruktion von Wahrheit und nationalem Gedächtnis konzentrieren sowie Sicherheit für betroffene Frauen garantieren, wenn sie ihre Fälle der Wahrheitskommission vorlegen. Weiter werden die FrauenFriedensTische Instrumente zur Verfügung stellen, um Fälle zu bearbeiten, wo Frauenrechte verletzt wurden. Vier regionale FrauenFriedensTische werden in den von Konflikten betroffenen Departementen Chocó, Antioquia, Putumayo und Cauca sowie in Popayán organisiert. Für die Jahre 2020 und 2021 wird der thematische Fokus auf dem Umsetzungsprozess des Friedensabkommens und der politischen Agenda liegen. Es ist geplant, drei lokale FrauenFriedensTische in Cauca und einen regionalen in Popayán zu organisieren.

Insgesamt sollen mehr als 600 Frauen aus verschiedenen ethnischen Gruppen, Kulturen und Regionen, einschliesslich ehemalige FARC-Kämpferinnen miteinbezogen werden. Zusätzlich werden mindestens 20 Frauenorganisationen und -Bewegungen sowie Schlüsselpersonen (Behörden) auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene an den FrauenFriedensTischen teilnehmen.

Partnerorganisation : Ruta Pacífica de las Mujeres / Corporación de Mujeres Ecofeministas - COMUNITAR

1.2 FrauenFriedensTische Nepal

Nach zwei Jahrzehnten der Gewalt in Nepal endete der Konflikt zwischen den maoistischen Rebellen und den staatlichen Kräften im Jahr 2006. Acht Jahre nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens wurden eine Wahrheits- und Versöhnungskommission sowie eine Untersuchungskommission für erzwungenes Verschwinden von Personen als Instrumente der Übergangsjustiz eingesetzt. Das Wissen über die Verfahren der Kommissionen in der Bevölkerung ist äusserst begrenzt. Insbesondere Frauen die in abgelegenen Gebieten leben, haben keine Informationen über deren Arbeit, wie die Einreichung von Fällen und die Einleitung von Untersuchungen. Die Frauen wissen auch allgemein zu wenig über ihre Rechte im Friedensprozess. Frauen, welche sich an die Kommissionen wenden, werden von den Mitarbeitenden der lokalen Kommissionen belästigt oder haben Angst vor Stigmatisierung.

Von 2018 bis 2021 werden jedes Jahr in den sieben nepalesischen Provinzen lokale FrauenFriedensTische organisiert. Dabei beteiligen sich Frauen aus den Konfliktregionen, die bereits an vorangegangenen Workshops zu Führung und zu Gemeindefriedensarbeit teilnahmen und sich aktiv an den lokalen Konflikttransformationsprozessen beteiligen wollen. Darüber hinaus informieren weitere von Konflikten betroffene Frauen über die Verfahren, Aktivitäten, Defizite und Herausforderungen der Wahrheits- und Versöhnungskommission und der Untersuchungskommission für erzwungenes Verschwinden von Personen. Die lokalen FrauenFriedensTische 2018-2020 sammeln Informationen zur Arbeitsweise der Kommissionen und bewerten diese kritisch. Mehr Frauen werden so über den Prozess der Konflikttransformation der Kommissionen informiert und die Bedürfnisse von Frauen in abgelegenen Gebieten in der Konflikttransformation diskutiert.

Nach offiziellem Abschluss der Arbeit der beiden Kommissionen 2020-2021, werden die FrauenFriedensTische die Friedenskonsolidierung auf föderaler Ebene weiterverfolgen. Wenn die Amtszeit der Kommissionen jedoch verlängert werden sollte, wird sich das FrauenFriedensTisch-Programm weiterhin auf die Wahrheits- und Versöhnungskommission und die Untersuchungskommission für erzwungenes Verschwinden von Personen konzentrieren.

Die FrauenFriedensTische in Nepal richten sich an etwa 200 Friedensaktivistinnen aus allen sieben Provinzen Nepals und an 150 Frauen, die den Konflikt überlebt haben. Weiter werden an die FrauenFriedensTische auch Mitglieder der Wahrheits- und Versöhnungskommission und die Untersuchungskommission für erzwungenes Verschwinden von Personen sowie Schlüsselpersonen (Behörden) der lokalen, regionalen und nationalen Ebene eingeladen.

Partnerorganisation: Nagarik Aawaz (NA)

1.3 FrauenFriedensTische Philippinen

Das FrauenFriedensTisch-Programm der Philippinen wird sich auf die Beteiligung von Frauen sowohl an der Umsetzung des Bangsamoro-Friedensprozesses als auch im derzeit stockenden Friedensprozess zwischen der philippinischen Regierung und der Nationalen Demokratischen Front (NDF) konzentrieren. Ein neuer Nationaler Aktionsplan NAP 1325 wurde für den Zeitraum 2017-2022 zur Sicherung der Beteiligung von Frauen an den Friedensprozessen in den Philippinen genehmigt. Zahlreiche Frauen mit unterschiedlichen Profilhaben bei den Friedensverhandlungen auf der diplomatischen Ebene eine Schlüsselrolle gespielt und feministischen Sichtweisen und Genderperspektiven in den Konflikttransformationsprozessen eingebracht. Trotzdem sind Frauen in den lokalen Friedens- und Ordnungsräten kaum präsent.

Das FrauenFriedensTisch-Programm auf den Philippinen zielt darauf ab, die Beteiligung von Frauen und die Entscheidungsfindung an der Umsetzung der Friedensabkommen zu erhöhen. Der Fokus liegt auf jene Frauen, die in Konfliktgebieten leben. Jedes Jahr werden drei lokale FrauenFriedensTische und einen nationalen FrauenFriedensTisch organisiert. Die FrauenFriedensTische 2018-2021 werden zu folgenden Themen organsiert: Eine Einführung in die Arbeit mit dem NAP 1325 und eine Bewertung des Status der Beteiligung von Frauen am Prozess der Übergangsjustiz im Bangsamoro-Friedensprozess, das historische Gedächtnis und die Förderung von Rechenschaftspflicht, die Bekämpfung von Landenteignung, Heilung und Versöhnung, die Stärkung der Fähigkeiten von Frauen in der Konflikttransformation (mit Schwerpunkt auf die Übergangsjustiz) sowie die Frauenbeteiligung und Gendersensibilität in Friedensprozessen. Der nationale FrauenFriedensTisch wird als strategische Dialogplattform fungieren, um die Ergebnisse der lokalen FrauenFriedensTische möglichst breit zu kommunizieren, um wichtige EntscheidungsträgerInnen zu erreichen.

Die FrauenFriedensTische in den Philippinen richten sich an 100 Frauen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den Bereichen, Frieden, Menschenrechte und Entwicklung. Davon sind etwa 80 Prozent von muslimischen Gruppen und 20 Prozent aus indigenen oder christlichen Gruppen. Weiter werden etwa 40 Teilnehmer mit einem Interesse an Frieden und Sicherheit aus den lokalen Regierungen und Behörden, aus den Medien, aus der Kunst, aus der Wissenschaft und aus dem Sicherheitssektor eingeladen. Zusätzlich zu den obengenannten Frauengruppen, werden 20 Frauen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen aus den Bereichen Frieden, Menschenrechte und Entwicklung aus Gebieten ausserhalb von Bangsamoro teilnehmen (andere Teile von Mindanao, die Visayan Inseln, Luzon und Metro Manila).

Partnerorganisation: Gaston Z. Ortigas Peace Institute