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Projekte

Unsere Projekte

FrauenFriedensTische

Von 2015 bis 2017 organsierte FriedensFrauen Weltweit gemeinsam mit Partnerorganisationen 60 FrauenFriedensTischen auf der ganzen Welt in fragilen und von Konflikten betroffenen Gebieten. Das Ziel der FrauenFriedensTische ist es, über die Rolle der Frauen zu reflektieren, um einen inklusiven Friedensdialog zu fördern und um Wissen über Friedensbildung auszutauschen. In 2018 startet eine neue Projektphase die die Erfahrungen der bisherigen FrauenFriedensTischen und anderen Projekten miteinbezieht.

Der FrauenFriedensTisch öffnet einen Raum für Konflikttransformationsprozesse für Frauenstimmen und erhöht die Sichtbarkeit von Friedensaktivistinnen. Um den Dialog nachhaltig zu gestalten, verfolgen die lokalen Partnerorganisationen von FriedensFrauen Weltweit die Empfehlungen der jeweiligen FrauenFriedensTische mit Lobby-Aktionen, Kampagnen und Diskussionen mit wichtigen Entscheidungsträgern weiter. Die Empfehlungen werden mit politischen Prozessen wie die CEDAW-Berichterstattung, dem Entwurf nationaler Aktionspläne (NAP) 1325 und mit Umsetzungsstrategien der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verknüpft.

Kontext

Obwohl Frauen von bewaffneten Konflikten, politischer Fragilität und extremistischer Gewalt überproportional betroffen sind, werden ihre Erfahrungen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Anforderungen bei der Konflikttransformation unterbewertet und zu wenig genutzt. Heute beteiligen sich nur 9 Prozent Frauen weltweit an Friedensverhandlungen. Untersuchungen haben jedoch deutlich gezeigt, dass Friedensabkommen mit der Teilnahme von Frauen länger halten. Trotz der Resolution 1325 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen, welche die Rechte von Frauen auf eine Beteiligung an Friedensprozessen garantiert, haben Frauen oft eingeschränkten Zugang zu Friedensverhandlungen und Prozessen der Übergangsjustiz Infolgedessen werden Geschlechternormen und -ideologien, die zu frauenspezifischen Ausgrenzung führen verstärkt und führen zu anhaltender struktureller Gewalt.

Das FrauenFriedensTisch-Programm 2018-2021 ist ein langfristiges, weltweites Programm mit den folgenden drei autonomen, jedoch miteinander verknüpften Strängen:

1. Stärkung der effektiven Beteiligung von Frauen an der Konflikttransformation: In Zusammenarbeit mit den lokalen Partnerorganisationen wird FriedensFrauen Weltweit die FrauenFriedensTische in Kolumbien, Nepal und den Philippinen - drei Postkonfliktländer - vertiefen und den Austausch zwischen den Partnerorganisationen institutionalisieren. In den drei Ländern finden jährlich drei bis sieben lokale FrauenFriedensTische statt, die sich auf die Anliegen von Frauen auf dezentraler Ebene konzentrieren. Dadurch sollen die lokalen Kapazitäten für die Beteiligung von Frauen an Konflikttransformationsprozessen erhöht werden. Diese Anliegen werden anschliessend in einem jährlichen nationalen FrauenFriedensTisch in der Hauptstadt der jeweiligen Länder unter Beteiligung der wichtigsten Interessengruppen weitergegeben. Der Prozess wird von Advocacy-Massnahmen zur erhöhten Beteiligung von Frauen und zur Förderung von Veränderungen auf struktureller Ebene begleitet.

Die Laufzeit des ersten Stranges ist vom 01. Januar 2018 – 31. Dezember 2021. Das Gesamtbudget des Projektes für vier Jahre beläuft sich auf 713‘640 CHF.  

2. Überregionale FrauenFriedensTische: Der zweite Aktionsbereich ist die Stärkung von überregionalen Netzwerken durch die Organisation überregionaler FrauenFriedensTische mit einem gemeinsamen thematischen Schwerpunkt. Als Pilotprojekt wird im November 2018 in Nepal der erste überregionale südasiatische FrauenFriedensTisch mit der Beteiligung von Partnerorganisationen aus Afghanistan, Bangladesch, Pakistan, Sri Lanka, Indien und Nepal stattfinden. Ziel ist es, einen gemeinsamen Lernprozess und Erfahrungsaustausch zu initiieren und strategische Bündnisse zwischen Friedensaktivistinnen in der Region zu stärken. Zusätzlich zum überregionalen Austausch werden alle teilnehmenden Länder auch nationale und lokale FrauenFriedensTische in ihren Ländern durchführen. Basierend auf diesem überregionalen FrauenFriedensTisch-Pilotprojekt in Südasien wird es weitere überregionale FrauenFriedensTische in verschiedenen Regionen geben: 2020 (Afrika) und 2021 (Lateinamerika).  

Die Laufzeit des zweiten Stranges ist von 2018 bis 2021. Das Gesamtbudget für vier Jahre beläuft sich auf 202‘988 CHF.  

3. Raum für die Zivilgesellschaft schaffen: Zivilgesellschaftliche Organisationen sind seit mehr als einem Jahrzehnt von immer kleiner werdendem Raum für sozio-politisches Handeln betroffen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, unterstützt FriedensFrauen Weltweit jährlich weiterhin die Umsetzung von FrauenFriedensTischen in ausgewählten Ländern, so zum Beispiel in Kenia, Burundi und in der Demokratischen Republik Kongo. Der Rahmen dieser FrauenFriedensTische ist bewusst breit gefächert, damit die regionalen Partnerorganisationen Inhalt und Format auf die spezifischen lokalen Bedürfnisse abstimmen können. Trotz der Vielfalt der durch die FrauenFriedensTische behandelten Themen zielen die Projekte darauf ab, den Austausch zwischen Fraueninitiativen an der Basis und lokalen Entscheidungsträgern zu erleichtern. Dadurch soll über die Anliegen, Fähigkeiten und Anforderungen von Frauen informiert werden und über Wichtigkeit der Einbeziehung und Umsetzung geschlechtersensibler Mechanismen in Konfliktlösung, Konflikttransformation und Politikgestaltung hingewiesen werden.  

Die Laufzeit des dritten Stranges ist vom 01. Januar 2018 – 31. Dezember 2021. Das Gesamtbudget für vier Jahre beläuft sich auf 383‘164 CHF.

Projektdokumentation.

Globales Netzwerk von FriedensFrauen

Im Jahr 2005 nominierte FriedensFrauen Weltweit 1000 FriedensFrauen für den Friedensnobelpreis. Diese Frauen wurden für ihre Arbeit bei der Schaffung eines nachhaltigen Friedens in ihren Gemeinschaften anerkannt. Die Arbeit der 1000 FriedensFrauen aus über 150 Ländern ist beispielhaft und wurde sowohl in einem Buch als auch online dokumentiert. Seit der Nominierung ist das Netzwerk der 1000 Frauen die Kernquelle für alle Aktivitäten von FriedensFrauen Weltweit. Die Biografien und Kontaktinformationen der 1000 Frauen wurden in den letzten Jahren teilweise aktualisiert. Damit das Netzwerk gedeihen und weiter gestärkt werden kann, müssen die Biografien der Frauen jedoch systematisch und regelmässig aktualisiert werden. Die Arbeit und das Leben von Tausenden weiteren FriedensFrauen verdient Anerkennung, die Expertise soll sichtbar werden und die Vernetzung gefördert. Damit möchte FriedensFrauen Weltweit auch neue, jüngere Friedensaktivistinnen in das Netzwerk aufnehmen. Eine umfassende Plattform soll entstehen, über die sich zum einen FriedensFrauen vernetzen und ihr Wissen austauschen können, um aus der Fülle von Erfahrungen und Fachwissen zu lernen und profitieren: Und zum anderen soll die Plattform dazu beitragen, die Sichtbarkeit, die Zugänglichkeit des Netzwerkes zu steigern. So wird es möglich sein die Suche nach diverser Frauenexpertise in der Friedensförderung gezielt anzugehen.   

Die Laufzeit des Projektes ist drei Jahre von 2018 bis 2020. Das Gesamtbudget für diese Zeit beläuft sich auf 153‘900 CHF.

Projektdokumentation.