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Projekte

Unsere Projekte

Wir engagieren uns für eine aktive Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen und für eine friedliche und sichere Welt für alle. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen entwickeln wir Projekte, die den Erfahrungs- und Wissensaustausch und die Vernetzung unter den weltweit tätigen Friedensaktivistinnen fördern. Im Zentrum unserer Arbeit mit unseren Partnerorganisationen stehen die FrauenFriedensTische und unser Netzwerk friedenspolitisch engagierter Aktivistinnen.

FrauenFriedensTische

Von 2015 bis 2020 organsierten wir gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen rund 120 FrauenFriedensTische in fragilen und von Konflikten betroffenen Gebieten. Das Ziel der FrauenFriedensTische ist es, über die Rolle der Frauen zu reflektieren, um einen inklusiven Friedensdialog zu fördern und um Wissen über Friedensbildung auszutauschen. 2018 startete eine neue Projektphase, die die Erfahrungen aus bisherigen FrauenFriedensTischen und anderen Projekten mit einbezieht. 

Der FrauenFriedensTisch öffnet einen Raum für Konflikttransformationsprozesse und für Frauenstimmen und erhöht die Sichtbarkeit von Friedensaktivistinnen. Um den Dialog nachhaltig zu gestalten, bauen unsere lokalen Partnerorganisationen die Empfehlungen der jeweiligen FrauenFriedensTische aus mit Lobby-Aktionen, Kampagnen und Diskussionen mit wichtigen Entscheidungsträger*innen. Die Empfehlungen werden mit politischen Prozessen wie die CEDAW-Berichterstattung, dem Entwurf nationaler Aktionspläne (NAP) zur UNO-Sicherheitsrat Resolution 1325 und mit Umsetzungsstrategien der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verknüpft.

Kontext : Obwohl Frauen von bewaffneten Konflikten, politischer Fragilität und extremistischer Gewalt überproportional betroffen sind, werden ihre Erfahrungen, Kenntnisse, Fähigkeiten und Anforderungen bei der Konflikttransformation unterbewertet und zu wenig genutzt. Heute machen Frauen weltweit nur 9 Prozent der Teilnehmer*innen an Friedensverhandlungen aus. Untersuchungen haben jedoch deutlich gezeigt, dass Friedensabkommen mit der Teilnahme von Frauen länger halten. Trotz der UNO-Sicherheitsratsresolution 1325, welche die Rechte von Frauen auf eine Beteiligung an Friedensprozessen garantiert, haben Frauen oft eingeschränkten Zugang zu Friedensverhandlungen und Prozessen der Übergangsjustiz. Infolgedessen werden Geschlechternormen und -ideologien, die zu frauenspezifischer Ausgrenzung führen, verstärkt und führen so zu anhaltender struktureller Gewalt. 

Das FrauenFriedensTisch-Programm 2018-2021 ist ein langfristiges, weltweites Programm mit den folgenden drei autonomen, jedoch miteinander verknüpften Strängen:

1. Stärkung der effektiven Beteiligung von Frauen an der Konflikttransformation: In Zusammenarbeit mit den lokalen Partnerorganisationen vertiefen wir die FrauenFriedensTische in den drei Postkonfliktländern Kolumbien, Nepal und den Philippinen und institutionalisieren den Austausch zwischen den Partnerorganisationen. In den drei Ländern finden jährlich 3-7 lokale FrauenFriedensTische statt, die sich auf die Anliegen von Frauen auf dezentraler Ebene konzentrieren. Dadurch sollen die lokalen Kapazitäten für die Beteiligung von Frauen an Konflikttransformationsprozessen erhöht werden. Diese Anliegen werden anschliessend in einem jährlichen nationalen FrauenFriedensTisch in der Hauptstadt der jeweiligen Länder unter Beteiligung der wichtigsten Interessensgruppen weitergegeben. Der Prozess wird von Advocacy-Massnahmen zur erhöhten Beteiligung von Frauen und zur Förderung von Veränderungen auf struktureller Ebene begleitet.

“From transition to transformation. Strengthening women’s effective participation in peacebuilding and transitional justice processes" (Publikation, Englisch und Spanisch)

Lancierung «From transition to transformation» (Videos, Englisch, Spanisch) 

Projektdokumentation

Einblicke in FrauenFriedensTische:

FrauenFriedensTisch, Popayan, Kolumbien (Artikel)

FrauenFriedensTisch, Antioquia, Kolumbien (Video, Spanisch)

FrauenFriedensTisch, Nepal (Video, Englisch)

Treffen von Friedensaktivistinnen aus Kolumbien, Nepal und den Philippinen  (Artikel)

2. Überregionale FrauenFriedensTische: Der zweite Aktionsbereich ist die Stärkung von überregionalen Netzwerken für Erfahrungsaustausch, gemeinsame Lernprozesse und Advocacy-Aktivitäten. Aufbauend auf dem ersten südasiatischen FrauenFriedensTisch, der 2018 mit der Beteiligung von Partnerorganisationen aus Afghanistan, Bangladesch, Pakistan, Sri Lanka, Indien und Nepal stattfand, wurde die Arbeit im weltweiten Netzwerk von Friedensaktivistinnen weiterentwickelt und dieser Strang in die Netzwerkaktivitäten integriert. (Siehe Netzwerk unten oder hier). 

3. Raum für die Zivilgesellschaft schaffen: Zivilgesellschaftliche Organisationen sind seit mehr als einem Jahrzehnt von immer kleiner werdenden Räumen für gesellschaftspolitisches Handeln betroffen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, unterstützen wir die Durchführung von FrauenFriedensTischen in ausgewählten Ländern, so zum Beispiel in Kenia, Burundi, Afghanistan und Pakistan. Der Rahmen dieser FrauenFriedensTische ist bewusst breit gefächert, damit die regionalen Partnerorganisationen Inhalt und Format auf die lokalen Bedürfnisse abstimmen können. Die an den FrauenFriedensTische behandelten Themen sind vielfältig, zielen aber alle darauf ab, den Austausch zwischen Fraueninitiativen an der Basis und lokalen Entscheidungsträger*innen zu erleichtern. Sie sollen über die Anliegen, Fähigkeiten und Anforderungen von Frauen informiert werden. Gleichzeitig soll dem Miteinbezug und der Umsetzung von geschlechtersensiblen Mechanismen in Konfliktlösung, Konflikttransformation und Politikgestaltung hingewiesen werden. 

«Gender und Frieden»-Kurs an der Gawharshad Universität, Afghanistan (Artikel)

LÄNDERPROGRAMM PALÄSTINA

Unsere Arbeit in Palästina wirkt der zunehmenden sozialen, politischen und geografischen Fragmentierung der palästinensischen Gesellschaft entgegen und unterstützt palästinensische Visionen für eine feministische, von Gerechtigkeit geprägten Zukunft. Wir arbeiten mit unseren Partnerorganisationen daran, von Gewalt und Geschlechterungerechtigkeit betroffene Frauen und queere Menschen über die fragmentierten und militarisierten Grenzen hinaus zusammenzubringen und zu stärken, damit sie sich ihrer Rechte bewusster werden und diese einfordern.  

Die Geschlechtergerechtigkeit steht im Zentrum unseres Palästina-Programms, das wir 2021 ausgebaut haben. Die israelische Besatzung hat geschlechtsspezifische Auswirkungen:

- Frauen und queere Personen sind anders davon betroffen als Männer.

- Die Besatzung verschärft Geschlechterungleichheiten und stärkt patriarchale Machtsysteme und  -dynamiken.

- Sie militarisiert sowohl die palästinensische als auch die israelische Gesellschaft und bringt spezifische Formen von Maskulinität hervor. 

Feministische Anliegen und Geschlechterfragen werden oft an den Rand gedrängt und als weniger wichtig als der Kampf gegen die Besatzung angesehen. Doch die Besatzung und geschlechtsspezifische Gewalt bedingen sich gegenseitig und müssen deshalb gemeinsam angegangen werden. 

Im geografisch fragmentierten palästinensischen Kontext spielen physische und virtuelle Räume eine zentrale Rolle als Orte des Austauschs und Aktivismus für Frauen und die LGBTIQ-Gemeinschaft. Mit unserem Programm wollen wir bestehende zivilgesellschaftliche Räume schützen und ausbauen. 

Lesen Sie hier mehr über die Projekte und unsere Partnerorganisationen in Palästina.

Globales Netzwerk: Feminists Connecting for Peace

Unser weltweites Netzwerk «Feminists Connecting for Peace» bildet den Kern unserer Arbeit. Es ist aus der Initiative «1000 Frauen für den Friedensnobelpreis» – den FriedensFrauen von 2005 – entstanden und entwickelt sich zu einer einzigartigen globalen Gemeinschaft vernetzter und friedenspolitisch engagierter Friedensaktivistinnen weiter.

Das Netzwerk bietet Aktivistinnen und feministischen Friedensorganisationen einen Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsames Lernen. Sie nutzen das Netzwerk als Plattform, um ihre Forderungen an die Öffentlichkeit zu bringen und ihnen damit politisches Gewicht zu geben. Innerhalb des Netzwerkes übernehmen wir die Koordination von vier Hauptaktivitäten: 

Austausch: Wir fördern den digitalen und physischen Austausch von Wissen und Erfahrungen zu friedenspolitisch relevanten Themen, mit der Idee, dass die Aktivistinnen voneinander lernen und das dadurch erweiterte Wissen in lokal verankerte Aktivitäten umsetzen können. 

Wissenstransfer: Das Wissen, die Kompetenzen und Erfahrungen der Friedensaktivistinnen werden gemeinsam aufbereitet. Das Netzwerk veröffentlicht dieses Wissen in Form von Toolkits, Publikationen, Videos und anderen Produkten, welche die Teilnehmerinnen in der konkreten Arbeit umsetzen und weitergeben. 

Projekte: Die kollektiven Lernprozesse des Netzwerks fliessen in lokale friedenspolitische Aktivitäten und Initiativen ein. Unsere Partnerorganisationen entwickeln in ihren jeweiligen Kontexten friedenspolitische Projekte, was wiederum neue Lernerfahrungen hervorbringt.

Sichtbarkeit und Advocacy: Die weltweite Friedensarbeit des Netzwerkes wird laufend auf verschiedenen Kanälen, so auch auf unseren Kommunikationsplattformen sichtbar gemacht. Die Zusammenarbeit im Netzwerk verschafft friedenspolitischen Anliegen lokal, national und international politisches Gehör. Mit Kampagnen wird die Öffentlichkeit für die feministische Friedensförderung gewonnen.

Informationen über die Webinare und Anlässe des Netzwerks finden Sie unter Events und auf unserer Facebook-Seite PeaceWomen Across the Globe. Hier erfahren Sie mehr über die FriedensFrauen und können ihre Biografien lesen. 

Ukraine: Frauen fordern Sicherheit – und Frieden

Im Osten der Ukraine herrscht seit 2014 Krieg. Insbesondere Frauen entlang der Kontaktlinie zwischen der Ukraine und den autonomen Volksrepubliken Donezk und Luhansk sind stark betroffen von grassierender Armut, sozialer Unsicherheit und der Militarisierung der Region, die wesentlich zur Zunahme der geschlechtsspezifischen Gewalt beiträgt. Trotzdem setzen sich die Frauen gemeinsam für einen sicheren Alltag ein.

Der Friedensprozess in der Ukraine gerät seit Jahren immer wieder ins Stocken. Die Stimmen von lokalen Frauen und Frauenorganisationen werden kaum gehört. Unser Ukraine-Programm gibt ihren Stimmen den Platz, den sie verdienen und bereitet so den Weg für eine gleichberechtigte Teilhabe von kriegsbetroffenen Frauen an der Friedensförderung. An den FrauenFriedensTischen, die wir im Sommer 2021 mit unserer ukrainischen Projektpartnerin KRF Public Alternative in der Region durchgeführt haben, standen Themen im Vordergrund, die den Frauen in ihrem Alltag wichtig sind und die zu ihrer Sicherheit beitragen. Diese Themen bilden auch den Kern unseres Ukraine-Programms, das ausserdem gegen Geschlechterstereotypen und einer kriegsbezogenen Maskulinität entgegenwirken soll.

Aufbauend auf den Erfahrungen des Pilotprojektes 2021 und basierend auf unserem feministischen Friedensverständnis, wird ab 2022 das Länderprogramm Ukraine weiterentwickelt.

Ukraine: «In unserer Gesellschaft ist Gewalt zur Norm geworden» (Interview, September 2021)